Kappensitzung im DGH


Fotos: Inge Baum sowie Gardebalett Idsteiner Zeitung: wita/Udo Mallmann


Narren trotzen der Krise

KAPPENSITZUNG Im Kröfteler DGH geht die Post ab / Begeistertes Publikum

Kröftel (gül). „Trotz Wirtschaftskrise - Euroangst - in Kröftel wird gelacht, gedanzt...!“ Unter diesem Motto feierten die Kröfteler ihre diesjährige Kappensitzung. Das mit Motiven des Themas Eurokrise geschmückte Dorfgemeinschaftshaus platzte aus allen Nähten, als Sitzungspräsident Volkmar Löber, als „Schippestiel Kall“, die Sitzung eröffnete. Schwungvoll startete das Programm mit der Gardetanzgruppe, die sich aus den Mädchen des Sport- und Kulturvereins Nieder-Oberrod zusammensetzte.

Schon ganz die Profis meinten die 12-jährige Lea und die 11-jährige Lina, beide Tänzerinnen der Gardetanzgruppe und der Showtanzgruppe: „Lampenfieber haben wir nicht. Wir haben viel geprobt und unsere Trainerinnen waren ganz toll“ - und dann gings ab Richtung Bühne, auf der die Mädchen in feschen blau-weißen Kleidern Formationen nach schmissigen Aprés-Ski-Titgeln vollführten. Nach einer Zugabe gab es dann auch ein Extra „Danke-Schön“ für die beiden Trainerinnen Judith Nickolai-Müller und Silvia Fischer aus Oberrod. „De Protokoller“ Andreas Reinhard wusste amüsante Dorfgeschichten aus dem letzten Jahr auszuschellen, von Füchsen, die den Müllkalender kennen und mit Mon Cherie vertrieben werden, verkohlten Erbsen auf dem Herd und Pferden, deren Heu gewaschen wird...Sachen gibt’s, die glaubt man nicht...

Nachdem Marcel Fischer und Stefanie Kilb Anekdoten aus dem Schulalltag zum Besten gaben, trat Christiane Hellwig in rosa Klamotten und tüchtig ausgepolstert als „Hella aus Kröftella“ auf und begeisterte das Publikum mit Abnehmtipps, und erklärte FDH auf hessisch.

Die Showtanzgruppe tanzte sich in Indianerkostümen passend zum Lied „Häuptling der Indianer“ und „Spirit of the Hawk“ in die Herzen der Zuschauer. Und zum Abschluss des ersten Showteils verriet Marcel Fischer noch, was alles so passiert, wenn ein Teenager „Sturmfrei“ hat. Es folgte eine kurze Pause, zum „Schunkele oder mol uff’s Dippsche gieh“. Dann jagte ein Höhepunkt den nächsten.

Ingo Schütz, Pfarrvikar in der evangelischen Lukasgemeinde Glashütten - Oberrod kam mit Jesus-T-Shirt und stellte die hochmotivierte Vertretung des Pfarrers dar. Das Publikum dankte mit Standing Ovations und war so begeistert, dass dieser Hirte im nächsten Gottesdienst sicherlich viele Schäfchen zählen wird. Mit Monika Kasteleiner stand eine echte „Rampensau“ auf der Bühne. Mit derben Witz und vollem Körpereinsatz beschrieb sie in ihrer Büttenrede Erlebnisse einer „Erdbeerwinzerin“, die die Leute beim Erdbeerpflücken schon am Bobbes erkennt.

Das Männerballett, unter der Regie von „Chrissi“ Hellwig, die auch das herrliche Bühnenbild gemalt hatte, glänzte in einer ausgefeilten Choreographie zu „Traum von Amsterdam“ und war passend als „Frau-Antje“ kostümiert, was das Publikum von den Stühlen riss. Von Holland war es nur ein Katzensprung nach Mallorca, zum Ballermann, von wo der eigens angereiste Sitzungspräsident der Frankfurter Karnevalsgesellschaft „Die Kameruner 1922“ über seine feucht-fröhlichen Urlaubserlebnisse fabulierte. Als danach die Playbackshow begann, hielt es für die nächste halbe Stunde keinen der Gäste mehr auf den Sitzen. Zu Musik von Roberto Blanco, Andrea Berg, Udo Lindenberg und Nena und vielen mehr heizten die Sängerinnen und Sänger dem Publikum so ein, dass der Saal überkochte.

Die Verkleidungen der Künstler waren so atemberaubend, dass manch ein Zuschauer seine Verwandtschaft nicht wiedererkannte. So fragte der 70-jährige Günther Wolf aus Kröftel, der als „Lady Gaga“ mit Extrem-Lack-Overknees auftrat: „Wer is das dann?“, worauf hin sein Nachbar trocken antwortete: „Ei, des is dei Schwieschersohn!“

Zum Programmschluss kamen alle Aktiven noch mal auf die Bühne zu einem Fasnachtspotpourie und dann war noch lange nicht Schluss mit dem Feiern. Der harte Kern feierte noch bis fünf Uhr in der Frühe. „Ich bin so mächtig stolz auf die Truppe auf der Bühne, auf das Publikum und auf unser Dorf“, sagte Sitzungspräsident Volkmar Löber. „Das war ein Riesenspaß.“
Bericht der Idsteiner Zeitung vom 20.02.12

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