Heimatverein errichtet neues Vogelhaus

Reger Betrieb im Schwalbenhaus

Das Schwalbenhaus hatte es in den vergangenen Jahren schwer, aufgrund der Lage, bei den Tieren auf Akzeptanz zu stoßen. Doch nachdem im letzen Jahr (2010) das erste Paar Einzug ins Schwalbenhaus gehalten hat war der Bann gebrochen und so sind es in diesem Jahr schon 5 -6 Paare die hier leben und ihre Jungen aufziehen. Wenn jetzt alle zurückkommen sollten, dann heisst es vielleicht schon im im nächsten Jahr "Wir sind ausgebucht".

Reger Betrieb im Schwalbenhaus

Die Jungen werden gefüttert




Ganz Kröftel wartet auf die ersten Schwalben
Heimatverein errichtet mit Hilfe vieler Einwohner großes Vogelhaus

Von oben kommt das Dach des Schwalbenhauses. Auf der Leiter steht Helmut Götz vom Nabu.
wita/Mallmann

KRÖFTEL Volksfest in Kröftel: Der Heimatverein errichtete am Spielplatz des Idsteiner Stadtteils ein Schwalbenhaus. Jetzt heißt es, gespannt auf die ersten Bewohner zu warten.
Von Katharina Munsch

Viele Kröfteler haben einen finanziellen Beitrag zur Verwirklichung des Projektes geleistet. Und wollten viele auch dessen Vollendung miterleben. Schon in den nächsten Tagen könnten die ersten Mehlschwalben Einzug halten. Wenn sie es denn wollen. Der Naturschutzbund (Nabu) hatte einst beim Heimatverein angefragt, ob dieser sich vorstellen könne, ein Schwalbenhaus in Kröftel zu errichten. Er konnte und so wurde kräftig die Werbetrommel gerührt, um die Kosten von rund 4 000 Euro für die luftige Behausung der bedrohten Sommergäste aufzubringen. Per Handzettel hatte der Verein in den vergangenen Monaten um Mithilfe gebeten, das eine oder andere Unternehmen auch persönlich um kleine Finanzspritzen ersucht.

"Es war wirklich toll zu sehen, auf welche positiven Reaktionen unsere Aktion bei den Kröftelern gestoßen ist", freuen sich Barbara Koehler-Schallwig, erste Vereinsvorsitzende und ihr Schriftführer Albert Hofmann und bedanken sich bei den vielen Spendern.
Der Bausatz zum späteren Vogelheim ist bereits fachgerecht zusammengesetzt worden. An der Unterseite des schmalen Häuschens warten zahlreiche Nester aus festem Betongemisch auf ihre ersten Bewohner.

"Normalerweise bauen Schwalben ihre Nester hauptsächlich aus Lehm, der auf den vielen versiegelten Oberflächen heutiger Siedlungen ja eher Mangelware geworden ist", so die Vereinsvorsitzende. Allein für Mehlschwalben ist die Behausung gedacht. Die noch seltener gewordenen Rauchschwalben brauchen die Wärme großer Viehställe und nisten nicht unter freiem Himmel.
Tatkräftige Mitarbeiter des Heimatvereins waren es, die schon im Vorfeld des eigentlichen Errichtungstermins einen stabilen Eisenpfosten im Erdreich am Ortsrand versenkt hatten. Dieser steht nun noch verwaist in der Landschaft, doch nur wenige Meter weiter tut sich bereits so einiges. Klaus Ott besteigt seinen Traktor und hebt mit dessen Greifgabel die spätere Behausung für 48 Mehlschwalbenpaare und ihre Brut auf Augenhöhe. Hier ist bereits der Krahn der Dachdeckerfirma Kowalt zur Stelle, übernimmt das viereckige Vogelhaus und schwenkt es gen Eisenpfahl. Ehrensache, dass alle Helfer aktuell ehrenamtlich für den Schwalbenschutz im Einsatz sind.

Gespannt beobachtet die Zuschauerschar das baumelnde Quadrat am blauen Sonntagshimmel über ihnen. Nabu-Mitglied Helmut Götz hat seine liebe Not, das Schwalbenhaus korrekt über den dafür vorgesehenen Pfosten zu manövrieren und hier zu arretieren. Doch alsbald ist auch diese Hürde beseitigt. Unter gebührendem Applaus steigt Götz von seiner Leiter.
"Jetzt fehlt nur noch die extra angefertigte Kupferhaube für die Spitze des Hauses", kommentiert Hofmann und verweist auf Hansi Wendlers Kunstwerk. Der Spengler im Ruhestand hat sich für Kröftels Schwalben ins Zeug gelegt und diesen eine Krone für das neue Zuhause gebaut. Nur noch einziehen müssen diese nun. Ob die Vögel allerdings ihr neues Domizil bereits im ersten Sommer zu schätzen wissen bleibt abzuwarten.

(Wiesbadener Kurier vom 26.04.2007)

Das neue Vogelhaus

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