Entwicklung in Kröftel

Viele Tips für die Entwicklung in Kröftel




IDSTEIN-KRÖFTEL Großer Andrang herrschte am im Kröfteler Dorfgemeinschaftshaus, als sich eine Gruppe Mainzer Fachhochschul-Studenten mit ihren Arbeiten über Dorfentwicklungsprojekte für den idyllisch im Grünen gelegenen Idsteiner Stadtteil vorstellte.

"Wohnqualität statt Quantität", "Knotenpunkt Kröftel", "Erholung, Education, Natur, Tourismus", "Cruftella columella" - so hießen einige der neun vorgestellten Ansätze, denen allen gemein war, dass sie sich auf intensive Weise mit den Gegebenheiten des Dorfes auseinandersetzten und völlig neue Entwicklungsmöglichkeiten für den Ort herausarbeiteten - Möglichkeiten und Ideen, auf die sicherlich niemand kommen würde, der nicht von außerhalb, also quasi objektiv, sich dem Ort und seinem Charakter nähert.

"Wir von der Fachhochschule Mainz kommen von außen, bleiben im Theoretischen und liefern damit eine Art objektiver Arbeit." erläuterte Dipl. Ing. Susanne Reiß, Professorin für Städtebau an der Mainzer Einrichtung, die in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von Aufgabenstellungen und Projekte für ihre Studenten in Idstein erarbeitet hat. "Wir sind keinen Zwängen unterworfen, müssen uns nicht nach finanziellen Rahmenbedingungen, Eigentumsverhältnissen oder ähnlichen Einschränkungen richten", fügte die Professorin hinzu.

So trafen denn auch einige der Ideen, die die Studentengruppen vorstellten, auf einiges Amüsement bei den Kröfteler Bürgern. Die Umnutzung einer zentral im Dorf gelegenen Hofstelle als Treffpunkt und Übernachtungsmöglichkeit für überregional unterwegs befindliche Wanderer, Radfahrer, Reiter, die selbstverständlich im Besitz einer Familie ist, ist natürlich genauso theoretisch wie der Ausbau eines Reiterhofes mit großer Halle, Stallungen, Reitplatz oder die Wiedereinrichtung der Kröfteler Schule als Grundschule, die dann in dem Plan der Studenten mit einem neuen Kindergarten, einem Jugendzentrum und einem Kultur- und Kommunikationshaus eine neue inhaltliche Dorfmitte bilden soll. Dazu käme in den Planungen dann außerdem eine äußerlich neu gestaltete Mitte mit Marktplatz, Gasthof, Bäckerei, einem mit Wasserlauf und Brunnen neu gebauten Dorfplatz.

Natürlich kann niemand, weder Ortsteil noch die Stadt, daran gehen und die Ideen eins zu eins umsetzen. Aber darum geht es bei einem solchen Studentenprojekt auch gar nicht. Hier haben sich angehende Stadtplaner intensiv mit einem Dorf beschäftigt und zunächst einmal die Stärken und Schwächen des Ortes herausgearbeitet. Und genau das kann für die Weiterentwicklung eines Dorfes durchaus impulsgebend sein. Übereinstimmend problematisch genannt wurden zum Beispiel das Fehlen eines zentralen Platzes in der Dorfmitte, fehlendes Grün im Ortsinnern oder sehr viele Baulücken, die für eine Erweiterung des Wohnraumes im Ort genutzt werden könnten.

Bürgermeister Gerhard Krum bescheinigte den Studenten einen sensiblen Umgang mit der dörflichen Substanz und betonte, dass es der Stadt vornehmlich darum gehe, die besonderen Charakterzüge ihrer Ortsteile bewahrt zu wissen, auch wenn natürlich eine Weiterentwicklung auch im ländlichen Bereich notwendig und wichtig sei.

Idsteiner Zeitung vom 28.04.2008 von Beke Heeren-Pradt

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