Dreharbeiten in Kröftel
Am 24.02.2010 fand sich der Hessische Rundfunk in Kröftel ein, um Dreharbeiten zu dem Film "Morgen musst du sterben" durchzuführen. Der Film ist am Mittwochabend den 15.12.2010 im Ersten zu sehen.
Nachfolgender Bericht aus der Idsteiner Zeitung vom 25.02.10.
Spannender Dreh im Kunstnebel
FERNSEHEN Kröfteler Wald dient als Filmkulisse für den ARD-Streifen "Morgen musst Du sterben"
"Passt auf, der Bus kommt gleich durch. Bitte zur Seite gehen!" Die laute Warnung der Aufnahmeleiterin schallt durch den Kröfteler Wald. Schauspieler Uwe Kockisch und das komplette Kamerateam inklusive Regisseur Niki Stein drängen sich am Rand der L 3023 und lassen das schwere Gefährt vorbei, in dem sich die wenigen Fahrgäste neugierig die Nasen an den Scheiben platt drücken.
Die Busse, in diesem Fall die Linie 223 nach Königstein, dürfen gestern als einzige Fahrzeuge die Landesstraße vom Ortsausgang Kröftels in Richtung B 8 passieren - der übrige öffentliche Verkehr nicht. Denn gestern wurde der Kröfteler Wald zur Filmkulisse für den Streifen "Morgen musst Du sterben". Unter diesem Arbeitstitel dreht der Hessische Rundfunk (HR) für die ARD einen Film, der am 15. Dezember um 20.15 Uhr im ersten Programm über die Mattscheibe flimmert.
In der Hauptrolle ist Uwe Kockisch zu sehen, seine Partnerin in Kröftel ist Gisela Schneeberger. Im Streifen spielen außerdem noch Susanne Lothar, Matthias Habich, Eleonore Weisgerber, Franz Dinda und Gesine Cukrowski mit.
Die Geschichte, die der Film erzählt ist genauso gespenstisch wie der Drehort im wabernden Kunstnebel. Ein erfolgreicher Professor für Städtebau (gespielt von Uwe Kockisch) findet eines Tages einen Zettel im Briefkasten. "Morgen musst Du sterben" steht darauf. Während er sich keine Gedanken macht, warnt ihn sein alter Freund eindringlich. Erst nach der zweiten unheimlichen Warnung und sehr seltsamen Begegnungen schwant dem Professor, dass er die Drohungen ernst nehmen muss - und wird mit Vorgängen konfrontiert, die sein Leben verändern.
Dazu filmt Regisseur Niki Stein, der auch das Drehbuch für den Film schrieb, einige wichtige Szenen mit Hauptdarsteller Uwe Kockisch im Kröfteler Wald: Immer wieder fährt der Jeep eines Försters durch das Bild, wendet und gibt erneut Gas, wenn Niki Stein es ansagt.
Genauso akribisch arbeitet der Regisseur mit Schauspieler Kockisch. Der muss eine kleine Szene ein paar Mal wiederholen bis der Chef am Set zufrieden ist. Und wenn der durch Maschinen künstlich erzeugte Nebel mal nicht dicht genug ist, dann dirigiert Stein auch diese Techniker freundlich, aber bestimmt per Funk: "Gebt bitte mehr Gas mit Euren Nebeldingern! Das muss richtig wabern!"
Ruhe am Set ist beim Dreh zwar oberstes Gebot, aber als trotz Straßensperrung ein nichtbeteiligter sportlicher Mountainbiker mal eben aus dem Wald radelt und am Kamerateam in Richtung B 8 vorbeiflitzt, gibt es statt Schelte nur breites Grinsen im Filmteam für den Biker.
Trotz des lockeren Umgangs ist die Anspannung am Drehort aber immer spürbar. Gut 40 Mitarbeiter komplettieren das HR-Team, das mit 15 Autos und Transportwagen angerückt ist. "Habt Ihr noch ein paar belegte Brötchen im Auto", fragt die Aufnahmeleiterin einen Kollegen per Funk, der seinen hungrigen Mitstreitern sofort die Brötchen bringt.
Während im Wald tüchtig gedreht wird, laufen im Kröfteler Dorfgemeinschaftshaus, der vorübergehenden Teambasis, alle Fäden zusammen. Dort ist auch die fahrbare "Kantine" in Form eines Imbisswagens aufgebaut, von wo die belegten Brötchen zum Set geschickt werden. Aus einem am Dorfgemeinschaftshaus abgestellten grauen Kunststoffbehälter ragen vier Läufe eines toten Rehs. "Das Tier brauchen wir für eine Einstellung mit einem Komparsen, der den Förster spielt. Aber keine Angst, dass Reh musste nicht deswegen sterben, sondern wurde leider von einem Auto überfahren. Es lag tiefgefroren im Eisfach", erklärt Aufnahmeleitungsmitglied Körner.
Als am Ende eines langen Drehtages alle Szenen im "Kasten" sind, packen die HR-Mitarbeiter ihre Utensilien ein und fahren zurück nach Frankfurt. Dort steht heute und morgen im Osthafen der nächsten Dreh auf dem Ablaufplan.
Von Volker Stavenow
Der Hessische Rundfunk in Kröftel
Hauptdarsteller Uwe Kockisch (links vorne im Mantel) und Teil des Filmteams beim Drehtag auf der L 3023 im Kröfteler Wald.wita
Während der Dreharbeiten war die Ortsdurchfahrt gesperrt
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