34 Taufen auf der Heuwiese


Am Sonntag den 21.08.11 taufte Pfarrer Ingo Schütz im Rahmen des ersten Tauffestes im Idsteiner Land 34 Kinder auf der Heuwiese. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden aus Kröftel Anna und Saskia Schubbach sowie Patrizia Bartsch getauft. Familie Schubbach hat uns freundlicherweise einige Photografien zur Verfügung gestellt. Wir sagen Vielen Dank. Lesen Sie nachfolgend auch den Bericht der Idsteiner Zeitung vom 23.08.11.


Pfarrer Ingo Schütz tauft Kinder aus der Kirchengemeinde Oberrod und Glashütten auf der Wiese. Fotos: wita/Udo Mallmann, Familie Schubbach


KIRCHE Erstes Fest im Idsteiner Land in Oberrod / Gemeinsames Erleben des Glaubens

(red). Der fünfjährige Joshua schreit das „Ja“ voller Inbrunst und so, dass es alle hören können. Eben hat ihn Pfarrer Ingo Schütz gefragt, ob er im Namen Gottes getauft werden möchte. Nicht minder entschieden antworten Paten und Eltern auf die gleiche Frage. Eigentlich kein ungewöhnlicher Vorgang - nur diesmal findet Taufe nicht in der Kirche statt, sondern auf einer Wiese in Oberrod. Rund 150 Menschen stehen um den Taufpavillon der Lukasgemeinde Glashütten/Oberrod.

Den Kirchenturm in Sichtweite werden unter freiem Himmel insgesamt 34 Menschen aus zehn verschiedenen Kirchengemeinden getauft. Babies, Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene. Sie alle wollten die Möglichkeit nutzen, beim ersten Tauffest im Idsteiner Land dabei zu sein. Gottes „Ja“ zu spüren und gleichzeitig öffentlich auch „Ja“ zu ihm zu sagen. Auf der großen Heuwiese am Dattenbach stehen zu diesem Zweck fünf festlich geschmückte Pavillons.

Rund 400 Gäste feiern Gottesdienst

Ein Kreuz, ein kleiner Altar, Sonnenblumen, die Osterkerze. Djamila aus Heftrich zündet gerade freudestrahlend ihre Taufkerze an der Osterkerze an. Pfarrer Markus Eisele hat die Osterkerze extra aus der Kirche mitgebracht. Wie auch die Pfarrerinnen Gabriele Scheid (Strinz-Trinitatis, Limbach/Wallbach), Miriam Lehmann (Steinfischbach/Reichenbach) und Pfarrer Michael Koch (Niederseelbach/Dasbach). Alle taufen sie an diesem Tag zum ersten Mal im Freien.

Zuvor hatten die gut 400 Taufgäste im Dorfgemeinschaftshaus gemeinsam Gottesdienst gefeiert. Der ursprüngliche Plan, auch den Gottesdienst draußen zu feiern, musste wegen des Regens aufgegeben werden. Doch mitten im Gottesdienst hatte man den Eindruck, dass die Festgemeinde „die Sonne regelrecht herbei gesungen hatte“, sagte Günther Wiegand von der Band „Zeitfarben“, die den Gottesdienst begleitete. Beim Kanon „Wo die Liebe wohnt, blüht das Leben auf“, brach die Sonne durch die bis dahin grauen Wolken und blieb bis zum Schluss.

Fünf Bilder von fünf Menschen in ganz verschiedenen Lebenssituationen stellten die Pfarrer im Gottesdienst vor. Ein kleiner Junge, die 50-jährige Ulrike, der 20-jährige Sven. Alle mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten, alle mit ihren Fehlern, Stärken und Schwächen. Egal, wie das Leben aussieht, aus Gottes Sicht sind sie alle seine geliebten Kinder, so die Botschaft. Zum Zeichen dafür sprüht Marco Scheurer mit Goldfarbe einen goldenen Rahmen um das Bild, die Zusage Gottes, die deutlich wird in der Taufe.

Taufe im Freien bietet Platz für viele Gäste

Nach dem Gottesdienst ziehen die Familien aufgeregt und fröhlich zu den Tauforten der Kirchengemeinden und feiern dort gemeinsam. Darunter sind Menschen, die den Zeitpunkt für die Taufe „irgendwie verpasst haben“ und Menschen, die sich gesagt haben, wenn die Tochter getauft wird, dann wolle man das jetzt auch. Oder es sind Familien, die bislang einfach nicht wussten, wie sie die Taufe am besten feiern sollten. Dabei ist das alles ganz unkompliziert. Jede Familie trägt etwas zum gemeinsamen Buffet bei, und am Ende steht eine riesige Tafel mit Köstlichkeiten bereit.

Der Großvater der kleinen Emily sagte im Vorbeigehen „siehst Du, all diese Leute hätten wir doch gar nicht in eine Gaststätte bekommen!“ Und eine große Schwester meint etwas neidisch: „So eine Taufe hätte ich auch gerne gehabt!“ Nach den Taufen werden Picknickdecken geholt, Klappstühle aufgeschlagen. Sektkorken knallen. Menschen lassen sich glücklich und zufrieden auf der Wiese nieder. Es herrscht eine ausgelassene und zugleich feierliche Stimmung. Kinder rennen hin und her, lassen sich schminken oder basteln Perlenarmbänder.

Zum Schluss noch eine Wasserschlacht

Dekanatsjugendreferent Paul-Martin Schenk hat für die Kinder und Jugendlichen mit seinen Trainees allerhand vorbereitet. Und nachdem die Sonne herausgekommen ist, wird sein Angebot nach einer Wasserschlacht liebend gerne angenommen. „Toll, was es hier alles gibt“, lobt ein Vater und schickt seine Jungs zum Bach.

Idsteiner Zeitung vom 23.08.2011

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